Tag II

Ich wache, ziemlich früh um 5:15 Uhr auf. Auf dem Platz ist noch alles ruhig. Ich nehme den Wasch-Rucksack und mache mich auf den Weg zum Duschhaus. Das ist nur etwa 3-4 Steinwürfe entfernt.

Sonnenaufgang

Die Duschen haben Schläuche und sind somit abnehmbar. Auch sonst machen die einzelnen Duschkabinen einen guten Eindruck. Duschen und WC sind immer in einem separaten Raum. Eine Duschmarke reicht für fünf Minuten. Egal, ob man das Wasser laufen lässt oder nicht. Ich muss es fast ganz herunterregeln, da es sehr heiß aus der Leitung kommt. Mit kaltem Wasser kann man auch ohne Marke duschen. Wasser für den Kaffee hole ich mir aus einem anderen Haus ca. 50m von meinem Zelt entfernt. Dort gibt es auch eine Küche mit kleinen Gasherden und Abwaschbecken.

Ich koche mir den ersten Kaffee. Da gibt es beim Camping einige Möglichkeiten. Die einfachste ist echter Nescafe. Ich finde den kann man gut trinken und der ist schnell gekocht. Ich hätte auch eine Kaffeemaschine oder Padmaschine mitnehmen können, aber das ist mir zu viel Klimbim. Man muss schon genug Sachen mitnehmen und der Platz im Auto und Zelt ist knapp. Zum Frühstück gibt’s also erstmal Nescafe und etwas später wieder Pamps. So gegen sieben Uhr wird es langsam lauter auf dem Platz. Einige werden jetzt wach und frühstücken.  

Die Wetterapp zeigt einen durchwachsenen Tag mit Regen, Sonne und nachmittags Gewitter. Ich beschließe später nach Søndervig und Ringkøbing zum Einkaufen zu fahren. Wahrscheinlich wird es mit dem Strand heute nichts. Ich brauche eigentlich nichts, aber ich will auf jeden Fall dänische Lakritze kaufen und ein Lakritzeis essen. Ich schreibe noch einen Blogeintrag auf dem Chromebook und fahre dann mittags los.

Ich lande zuerst im Søndervig MENY Supermarkt. Der ist ziemlich gut ausgestattet. Eine große Bäckerei im Eingangsbereich. Jede Menge Süßigkeiten. Ich kaufe Veilchenlakritze, Jeansknöpfe, Gajol, Lakritzschokolade. Ich muss mich selbst etwas bremsen. Danach schaue ich mich in der Einkaufsstraße um. Auf dem Weg zum Strand entdecke ich ein Cafe mit Eisverkauf. Die einzelnen Sorten sehen sehr bunt und lecker aus. Ich kaufe 2 Kugeln Amarelli Lakritzeis. Ich bin gespannt. Amarelli ist bekannt für sehr leckere Pastillen aus echter Lakritze. Das Eis ist superlecker! Die Konsistenz, wie ein weicher Sahnebonbon und dazu dieser Lakritzgeschmack. Das Eis kostet 26 Kronen, also etwa 3,70 €. Etwas Vergleichbares habe ich nur, vor einigen Jahren, in Göhren auf Rügen gegessen. Ich esse das Eis, sitze auf einer Bank und schaue mir die Leute an. Die meisten sprechen dänisch. Einige Touristen kann man jedoch sofort erkennen.

Noch etwas fiel mir gleich auf. Fast niemand trägt eine Maske. Weder beim Einkaufen noch in den Klamottenläden. Es sieht aus wie in der Vor-Corona-Zeit. Wahrscheinlich gehen die Dänen anders damit um. Ich sehe auch keine Schilder mit Maskenpflicht. Ich trage zuerst meine Maske, aber lasse sie dann später weg. Ich achte auf die AHA-Regel und damit gut. In den Eingangsbereichen finden sich auch überall Dispenser mit Desinfektionslösung. In Bereichen mit offenen Lebensmitteln liegen Gummihandschuhe aus. In der Einkaufsstraße befinden sich einige Biergärten, Restaurants und Pizzerien. Daneben Klamottenläden, Eisdielen, Spielwaren… Alles auf die Touristenbedürfnisse ausgerichtet. Nichts, was mich so richtig anmacht.   

Ich fahre nach Ringkøbing. Dort fahre ich durch die Stadt und am Hafen lang. Überall sind viele Menschen. Keine Parkmöglichkeiten und es reizt mich nicht anzuhalten. Das Wetter ist umgeschwungen. Sonne aber auch eine drückende schwüle Hitze. Ich fahre weiter zu einem Lidl-Markt. In Deutschland fahre ich hauptsächlich wegen der Bioland-Produkte zu Lidl. Der dänische Lidl hat einige von diesen auch. Es steht natürlich nicht Bioland auf der Packung, aber ansonsten ist alles gleich. Einige Produkte sind auf den dänischen Geschmack ausgerichtet. Auch Lakritze findet man zuhauf. Ich kaufe Salzbrezeln, Fischfrikadellen, Knäckebrot mit Zimt und dänische Ingwerkekse. Da ich noch eine volle Kühlbox habe, bremse ich mich wieder etwas aus.   

Draußen wird es heißer und schwüler. In einer Stunde soll es Gewitter geben. Ich fahre zum Platz zurück und beschließe im Zelt etwas zu essen und abzuwarten. Die Fischfrikadellen kann man essen. Dazu gibt es Gewürzgurken, Sahnemeerrettich und eine halbe Brezel. Das Essen im Zelt erinnert mich an früher und macht mir Spaß. Ich liege auf dem Schlafsack, aber das Gewitter will nicht kommen. Ich brauche eine Abkühlung und mache mich auf den Weg zum Strand.

Dort sind vereinzelt Leute. Zwei oder drei sind im Wasser. Ich stürze mich gleich in die Nordsee. Das Wasser ist kühl und extrem salzig. Einfach nur herrlich. Ich halte Ausschau nach Feuerquallen. In Dänemark treten die gelben Haarquallen öfter auf, als bei uns. Als Kind bin ich beim Tauchen mal in so eine rotblonde Dänin hinein geschwommen. Das war sehr schmerzhaft und ich habe die ganze Nacht gelitten. Auch diesmal erwischt es mich wieder. Da ich keine Schwimmbrille habe sehe ich die Quallen nicht. Erst brennt meine Hand etwas. Ich halte das für Einbildung, aber plötzlich brennt mein ganzer Rücken. Ich mache, dass ich da rauskomme. Ich sitze am Strand und bin stinksauer. Da bin ich schon mal an meinem geliebten Meer und kann nicht schwimmen! Nach etwa 10 Minuten brennt es nicht mehr. Ich sitze am Strand. Vereinzelt kommen Leute vorbei. Es ist immer noch ein riesiger Strand mit sehr wenig Menschen. Genau richtig. Dann beschließen einige jugendliche Männer auch ins Wasser zu gehen. Einige schauen fast angeekelt auf die Wellen. Gehen bis zur Fußspitze rein, schnell wieder raus und zurück auf ihr Badehandtuch. Als Kind wäre ich damals von den anderen dafür ausgelacht worden :D, aber die Zeiten ändern sich. Immerhin schaffen es zwei bis zu den Knien ins Wasser. Sie scheinen sehr zu frieren und ergreifen auch bald die Flucht zurück aufs sichere Handtuch. Zwei junge Paare gehen ebenfalls zum Wasser. Die Frauen sind etwas mutiger. Die Männer wollen nicht so recht. Eine der Frauen filmt mit dem Handy und nach kurzer Überredungskunst sind alle im Wasser. Auch ich bin wieder drin. Ich lasse mir doch nicht von den Quallen den Spaß nehmen! Nach etwa 10 Minuten brennt wieder was am Arm. Ich erkenne eine kleine blaue Nesselqualle. Ein sehr schönes Tier, fast violett. Ich gehe wieder aus dem Wasser. Der Arm ist etwas rot aber nach 10 Minuten ist das Brennen wieder vorbei und der Arm sieht normal aus. Damit kann ich leben.

Es beginnt leicht zu regnen. Alle machen sich auf den Weg zurück. Bis zum Campingplatz sind es etwa 1000 Schritte durch die Dünen. Dort angekommen dusche ich mir kalt den ganzen Sand runter. Nach dem Baden kommt mir das Wasser nicht mehr so kalt vor. Im Zelt lasse ich dann den Tag ausklingen. Es regnet immer wieder leicht, aber das Zelt bleibt trocken. Ich esse noch Brezeln mit Aalrauchmettwurst, trinke ein Malzbier und probiere die Ingwerkekse, die richtig scharf sind. Insgesamt war ich gut unterwegs und bin mit dem Tag zufrieden.

Selfie mit Chromebook

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.