Tag VII

In der Hütte komme ich gut zurecht. Praktisch ist das nicht anders, als im Wohnwagen. Auf dem Campingplatz, gibt es keine kleineren Hütten. Ich beschließe erst einmal zum SPAR zu laufen und dort mein Frühstück zu holen. Danach will ich tanken und dann sofort an den Strand fahren. Später werde ich noch einmal nach Sæby fahren.

Beim Einkaufen schaue ich mir die Malzbiersorten an. Leider haben alle drei Sorten, die ich finde 1,8% Alkohol. In Deutschland ist die Grenze bei 0,5%. Sonst darf bei uns kein Getränk als alkoholfrei etikettiert werden. Es gibt jedoch alkoholfreies Bier und auch 0,0% Radler. Das Radler von Tuborg schmeckt gekühlt ganz gut. Ich kaufe Erdnussbutter, Marmelade und Brötchen.

Das Tanken ist in Dänemark etwas anders. Zuerst fährt man an die Zapfsäule und geht zu einem Automaten, in den man eine Kreditkarte oder ec-Card steckt. Nach Eingabe der PIN, wählt man Zapfsäule und Treibstoffart. Danach ist man freigeschaltet und kann tanken. In Dänemark habe ich bis jetzt nur die Sorten Benzin (92 Oktan), Super (95 Oktan) und Diesel gesehen. Benzin und Super sind beide E10. Die Spritpreise sind hier etwa 20 Cent pro Liter höher als in Deutschland. Tankstellen sind hier meist unbesetzt. Größere Abweichungen der Preise konnte ich bis jetzt nicht festellen. Der Liter Super lag immer bei knapp 12 Kronen.

In Lyngså angekommen stelle ich mich auf den Parkplatz am Strand. Hier stehen zwei Wohnmobile. Es sieht so aus, als hätten die Besitzer heute hier übernachtet. Es treffen zwei bis drei weitere Autos ein. Dänen und Deutsche. Ich sitze im Auto und beginne ein kleines Frühstück. Das besteht heute nur aus einem Brötchen mit Erdnussbutter und der guten Jordbeermarmalade. Ich gehe danach gleich an den Strand und setze mich etwa 100 Meter weiter rechts ab. Dort ist niemand. Ich ziehe mich um und gehe gleich ins Wasser. Das ist sehr kühl. Ich tauche ein paar mal unter. Das Wasser ist hier in Strandnähe schon sehr kühl. Für eine gute Sicht unter Wasser müsste ich über ein bis zwei Sandbänke. Dann wäre ich aber schon weit draußen. Das mache ich dann heute doch nicht.

Der Wind ist nur angenehm warm, wenn gerade die Sonne durch die Wolken scheint. Ich gehe zurück an den Strand und werde schnell trocken. Die Badehose binde ich an die Dünensträucher. Auch sie trocknet sehr schnell im Wind.

Das Kattegat

Ich kann es hier sehr gut aushalten. Nordjütland ist das perfekte Land, um einfach einmal runterzuschalten und es sich gemütlich zu machen. Natürlich kann man hier auch richtig aktiv werden. Das ist jedem selbst überlassen. Man findet eine überwältigende Natur und einen weiten Himmel. Es ist hier etwas kühler und hier weht immer, ein meist angenehmer, Wind. Manchmal stürmt es. Dann sitze ich in der Hütte, lese und trinke Tee. Warum auch nicht? Jetzt habe ich alle Zeit der Welt.

Ich gehe etwas am Strand spazieren. Hinter den Dünen stehen jetzt keine Häuser mehr. Ich sehe weite Felder und kleinere Waldgebiete. Ich gehe zurück zum Parkplatz. Mehr als drei Autos sind nicht dazu gekommen. Eigentlich seltsam, dass ein so schöner Strand so wenig genutzt wird, aber mir ist das sehr recht. Ich mache mich auf den Weg nach Sæby. Dort fahre ich direkt zum Hafen. Leider sehe ich, dicht gedrängt, viele Menschen. Mehrere Reisebusse stehen dort. Die Menschen sammeln sich um eine kleine Fischbude. Ich halte dort nicht an. Ich wende gleich und fahre Richtung Innenstadt. Dort parke ich in einer Seitenstraße und laufe ca. einen Kilometer, bis ich in der Einkaufsstraße bin. Auf dem Marktplatz ist heute etwas mehr los. In Dino’s Steakhouse & Pizzeria ist so gut wie nichts los. Ich sitze draußen. Es dauert etwas länger, bis ich eine Bestellung aufgeben kann. Der Kellner versteht weder deutsch noch englisch. Ich bestelle eine Cola und Pasta speciale. Das Essen kommt dann etwa 15 Minuten später. Ich bin sehr überrascht. Der Teller ist sehr schön angerichtet. Mittlerweile bekommen auch andere Gäste ihr Essen. Auch Pizzen, Pasta, Fisch- und Fleischgerichte sehen sehr lecker aus. Alles ziemlich große Portionen, wie ich sehe. Ich probiere meine Spaghetti. Wahnsinnig lecker! Pasta speciale bestehen aus Spaghetti, Sahnesauce, Zwiebeln, Dönerfleisch, Paprika und als Beilage jeweils eine Tomaten- und Gurkenscheibe sowie einem sehr leckeren Fladenbrot. Sehr gut abgeschmeckt. Ich bin völlig begeistert. Ich glaube es handelt sich um eine aufgepeppte Variation der Spaghetti Carbonara. Das Brot ist frisch gebacken und schmeckt auch sehr gut. Leider kann ich von dieser Portion nur etwa die Hälfte essen. Dann bin ich sehr satt. Was soll ich sagen? Gerne wieder! Insgesamt kostet mich das Essen 110 Kronen, also knapp 16 €.

Nachmittags wird es wieder etwas regnerischer. Ich fahre in meine Hütte zurück und koche Tee. Dann lese ich noch etwas. Gegen 21:00 Uhr mache ich mich noch einmal auf den Weg. Ich gehe durch Asaa und schaue mir die Straßen und Häuser an. Auf den ersten Blick wirkt alles etwas leerer als bei uns. Schaut man genauer hin, findet man an den Häusern viele kleine nette Details. Vieles erinnert mich an Schleswig-Holstein. Im Ganzen merkt man aber schon, dass man sehr hoch im Norden ist. In den Straßen mit den Einfamilienhäusern wirkt alles sehr gepflegt und abgestimmt. Ich denke, Asaa ist ein guter Punkt von dem man Nordjütland erkunden kann und mit dem Campingplatz bin ich auch zufrieden.

Asaa, eine der Hauptstraßen

Tag V

Der Tag der Abreise ist gekommen und er beginnt mit Regen. Viel Regen. Soviel Regen, dass es an einer Stelle im Zelt durchleckt. Dort hatte sich über Nacht unbemerkt ein Hering gelöst.

Das ist nicht so schlimm, denn ich baue alles ab. Ab und zu macht der Regen eine Pause. Dann schaffe ich Sachen ins Auto und baue ganz zum Schluss das Zelt ab. Auch mein Nachbar packt seine Sachen zusammen. Das hat er hier so noch nicht erlebt, sagt er und sie wären schließlich jedes Jahr hier. Ich für meinen Teil werde schnell mit dem Packen fertig. Ich bin froh, dass es jetzt weitergeht. Den Campingplatz kann ich trotzdem sehr empfehlen. Die Sanitären Anlagen sind tipptopp und der Platz liegt sehr günstig an der Nordsee. Wäre das Wetter nicht gewesen, wäre ich sicherlich auch gerne länger geblieben. Doch jetzt geht es weiter.

Während der Fahrt überlege ich mir die Platzbetreiber in Asaa nach einer Hütte zu fragen. Einen Aufpreis nähme ich jetzt gern für etwas mehr Luxus in Kauf. Jacken und die meisten Handtücher sind ebenfalls feucht. 

Die nächsten drei Stunden bin ich dann ohne Pause unterwegs. Es geht über Ulfborg, Holstebro, Viborg und kurz vor Alborg kann ich dann auf die Autobahn fahren. In Dronninglund mache ich dann Rast in einem Imbiss. Ich habe den ganzen Tag noch nichts gegessen und es ist 13:00 Uhr. Ich bestelle einen Hamburger mit einer kleinen Portion Pommes. War alles okay, aber die große Portion muss dann echt bombastisch sein. 🙂

Kleine Portion?

Auf dem Campingplatz angekommen ist das kein Problem mit der Hütte. Ich bezahle im voraus und bekomme 500 Kronen Rabatt. In der Hütte stelle ich schnell fest, dass in Nordjütland andere Stromdosen verwendet werden. Ich frage die Betreiber und nach etwa einer halben Stunde bekomme ich einen Adapter. Damit läuft dann alles und ich richte mich häuslich ein. Die Hütte ist etwa 6 qm groß. In ihr stehen zwei Etagenbetten. Das eine richte ich mir zum Schlafen ein, die drei anderen Bettflächen dienen als Schrank und Ablage. Etwa 30 Meter entfernt befinden sich WC, Dusche, eine Küche mit mehreren Gasherden und außerhalb noch Becken zum Abwaschen.  

Leider beginnt es auch hier nach kurzer Zeit zu regnen. In der Hütte ist das kein Problem. Als ich mit frischen Klamotten aber noch an den Strand will, kommt tatsächlich noch ein Schauer und ich werde noch einmal gehörig nass. Auch der Wind ist hier oben stärker. Ich belasse es dabei, hänge die Klamotten zum Trocknen auf und bin für diesen Tag auch etwas erledigt. Diese Hütte, so klein und einfach sie auch sein mag, kommt mir sehr luxuriös vor.

Besuch von den „Nachbarn“